Stillen ist möglich!

Die Ernährung eines Kindes mit Spaltfehlbildung ist ein großer Angstfaktor, der jedoch, mit Hilfe einer kompetenten Fachperson überwunden werden kann. 

Obwohl eine Spaltfehlbildung das Stillen und die Ernährung allgemein erschwert, gibt es inzwischen viele Hilfen, die mit Geschick, Technik und Geduld auch das Vollstillen eines Kindes mit Spaltfehlbildung ermöglichen. Nehmen Sie daher unbedingt schon in der Schwangerschaft Kontakt zu einer Still- und Laktationsberaterin IBCLC auf:

www.elacta.org, www.stillen.de

Liegt "nur" eine Lippen- oder eine Lippen-Kieferspalte vor, kann meist ganz normal gestillt werden. Ist der Gaumen betroffen, muss die Milchbildung durch eine Brustpumpe zusätzlich angeregt werden und die Muttermilch möglichst stillfreundlich an der Brust zugefüttert werden. Eine Ernährungssonde, wie sie so oft noch gelegt wird, ist völlig unnötig!

Natürlich profitieren, wie alle Babys, auch und besonders Babys mit einer Spaltfehlbildung von der Muttermilch und vom direkten Kontakt mit der Mutterbrust. Viele betroffene Mütter haben es inzwischen geschafft ihr Baby, trotz einer Spalte, zu stillen (siehe Erfahrungsberichte). Es ist nicht leicht und es braucht viel Motivation und Wissen. Das know-how dazu muss man sich durch die Begleitung einer Stillfachperson aneignen (siehe Ernährung). Der Erfolg tröstet jedoch meist über jede Anstrengung hinweg. Wählt man ein Operationskonzept, das die Spalte schnell und einseitig schliesst (siehe Operation), stehen die Chancen sehr gut, dass das Baby danach ganz normal gestillt werden kann. 

 

Bitte tauschen Sie sich unbedingt mit Müttern aus, die das Stillen geschafft haben und lassen Sie sich nicht von denen entmutigen, die es nicht geschafft, bzw. gar nicht erst probiert haben. Stillen bei LKG kann nur klappen, wenn viel Wissen zum Thema vorhanden ist und möglichst perfekte Bedingungen vorherrschen, von der Geburt an und in Begleitung einer professionellen Stillfachperson.

Weitere Infos hier.

Gute Voraussetzungen schaffen

Stillen ist für Kinder mit der Fehlbildung LKG besonders wichtig. Die Nähe zur Mutter und vor allem auch die Immunstoffe in der Milch helfen Kindern gesundheitlich und seelisch besser über schwierige Tage hinweg. Stillen kann hier sehr tröstlich für alle sein. Wenn vor oder nach der Geburt eines Kindes der Befund Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG) fest steht, stellt sich für viele Eltern die Frage, ob sie ihr Kind stillen können. Häufig ist das möglich und hängt vor allem von verschiedenen Faktoren ab. Immer jedoch muss die Mutter eine sehr gute, professionelle Still-Unterstützung und Hilfe im Haushalt haben, Techniken erlernen und, wenn eine Gaumenspalte vorherrscht, Hilfsmittel einsetzen. Auch dauert das Stillen eines Babys mit LKG deutlich länger, insbesondere vor der Verschluss-OP.

Die erste Zufütterungstechnik, direkt nach der Geburt mit gewonnenem Kolostrum in einer Spritze, WÄHREND das Kind angelegt ist.

Das kostbare Kolostrum/ die Muttermilch kann über eine Spritze (an der Brust) in den Mund des Babys getröpfelt werden...

Wenn Sie noch ein älteres Geschwisterkind stillen, kann dies zusätzlich die Milchbildung anregen...

Muttermilch kann auch mit dem Fingerfeeder gefüttert...

Copyright Christa Herzog
Copyright Christa Herzog

...oder ab und an mit dem Becher verabreicht werden...

Copyright Christa Herzog
Copyright Christa Herzog

Manchmal kann auch ein kombiniertes Fingerfeeding durch "hineinspritzen" der Milch eine Möglichkeit sein, um auf die Trink- und Kalorienmenge pro Mahlzeit zu kommen und ist einer Ernährungssonde allemal vorzuziehen. 

Generell gilt: Stillen kann nur an der Brust gelernt werden. Die Brust wird nur als Nahrunsquelle akzeptiert, wenn das Kind mit ihr Sättigung und Wohlbefinden assoziiert. Deshalb ist immer möglichst eine Zufütterung an der Brust angezeigt! Ein wunderbares Hilfsmittel ist das BES (Brusternährungsset).

Copyright Christa Herzog
Copyright Christa Herzog

...regen Sie so schnell wie möglich nach der Geburt (alle 2-3 Stunden) Ihre Milchbildung an (erlernen Sie die Marmet-Massage und wie man Muttermilch per Hand gewinnt oder/und mit einer möglichst elektrischen Milchpumpe. Ihre Still- und Latationsberaterin wird Sie beraten!

 

Lesen Sie auch: www.stillenimkrankenhaus.de

 

Copyright Christa Herzog
Copyright Christa Herzog

Informieren Sie sich bei Ihrer Stillberaterin, wie die gewonnene Muttermilch aufgewahrt werden kann... 

Verwerfen Sie NIEMALS Ihre kostbare Muttermilch! (Bei evtl. Bedenken kontaktieren bitte immer eine Stillfachperson (IBCLC)

In vielen Krankenhäusern wird auch nach der Verschlussoperation auf eine Magensonde (und auch auf Armstulpen!) verzichtet. Das Kind kann, sobald es möchte! (nicht wenn die Ärzte es möchten!) gestillt werden! (Mutter)Milch kann auch mittels einer Spritze gegeben werden. Hat das Kind am Gaumen eine Verbandsplatte, ist es sehr selten, dass Nähte aufgehen (siehe Kommentar von Dr. Kuttenberger), ein Still- oder Saugverbot ist damit obsolet! 

Stillen ermöglicht eine ganz enge Beziehung zum Kind, die bei einem besonders aussehenden Kind tragend für das ganze Leben ist. Eine Mutter sagte: “Wenn das Kind an der Brust trinkt, sieht es wie jedes andere Stillkind aus. Die Spalte sehe ich gar nicht."

(Christa Herzog-Isler, Kinderkrankenschwester und Stillberaterin)

"Saugirritation" vermeiden

"Jedem Neugeborenen im Hautkontakt mit der Mutter fällt es leichter, die Brust zu suchen und in der prägenden Phase Sicherheit mit dem Saugen zu gewinnen. Babys mit einer Spaltfehlbildung sind da keine Ausnahme! Wird ihm aus verschiedenen Gründen die Milch mit der Flasche gegeben und ist das Baby noch nicht sicher im Stillen, wird es die Flasche bevorzugen, weil die Milch aus dem Sauger ohne Anstrengung zu fliessen beginnt. Es wird ihm schwerer fallen, vielleicht wird es sogar stark weinen, wenn es von der Flasche zurück an die Brust sollte......." (Christa Herzog-Isler, IBCLC). Weitere Infos hier und hier.

 

So kann der Uebergang von der Flasche zur Brust klappen. Lesen Sie hier.

https://www.still-lexikon.de/das-baby-von-der-flasche-an-die-brust-gewoehnen/

Stillen bei LKG braucht Unterstützung!

Gespräch mit Christa Herzog-Isler, Kinderkrankenschwester im Luzerner Kinderspital (Schweiz), Still-und Laktationsberaterin IBCLC und Autorin.

Wie lange arbeitest du schon als IBCLC und wie oft wird durchschnittlich ein Baby mit Spaltbildung in deiner Klinik geboren?

Christa Herzog-Isler: Seit 20 Jahren arbeite ich als IBCLC, ebenso lange betreue ich die Eltern mit einem Kind mit einer Spalte. Aus Luzern und Umgebung werden jährlich ca. 10 bis 20 Neugeborene mit Spalte im Spaltteam aufgenommen.

Wie betreust du die Eltern mit ihren Kindern?

Wird die Spalte im Ultraschall vorgeburtlich erkannt, nehme ich mit den Eltern bereits in der Schwangerschaft Kontakt auf. Mein großes Anliegen, das in Ruhe besprochen werden kann, ist das Bonding nach der Geburt. Die Hebammen stellen sich vorher darauf ein und lassen die Kinder für lange Zeit nackt auf dem Körper der Mutter. Nach der Geburt werden die Kinder zu uns ins Luzerner Kinderspital verlegt.

Dort betreue ich Mutter und Kind beim Ernährungsbeginn, dem Abpumpen, dem Umgang mit der Gaumenplatte etc.

Nach dem Wochenbett sehe ich die Kinder regelmäßig in der Spaltsprechstunde, die Eltern können mich auch jederzeit anrufen.

Mit 6 Monaten werden die Kinder vom Kieferchirurgen Dr.Dr. Johannes Kuttenberger operiert. Wiederum bin ich dabei, wenn es um die ersten Trinkversuche nach der Operation geht. Oft können dann Kinder gestillt werden, deren Mütter bis dahin abgepumpt hatten. Alle Ernährungsformen kommen aber in Frage. Die einen Kinder trinken mit der Flasche, die andern beginnen mit Brei, andere mögen bis zur Entfernung der Fäden gar nicht trinken.

Klicken Sie das Broschüren-Bild "Lasst uns etwas Zeit" an, wenn Sie an einer Bestellung interessiert sind!

Was macht deiner Meinung nach eine kompetente Hilfe bezüglich des Stillens bei LKG in der Klinik aus?

Es braucht eine Person, die verantwortlich ist für den Beginn. Sie gehört zum Spaltteam, übernimmt einen großen psychologischen Anteil und ist idealerweise Stillfachfrau d.h. IBCLC/ Hebamme/ Logopädin etc. ist Verbindungsfrau zwischen dem Personal auf den Abteilungen, den Eltern, dem Chirurgen. Bei einer retrospektiven Befragung der Eltern war klar, dass die Eltern so schnell wie möglich ein Gespräch mit dem Chirurgen wünschen und eine Bezugsperson mit Ernährungserfahrung bevorzugen.

Wie viele Frauen, die stillen wollen, schaffen es zu stillen (auch Teilstillen)?

Es ist mein ganz grosses Anliegen, die Vorstellungen des Stillens von einem Kind mit Spalte realistisch darzustellen.

Da die Kinder auch mit einer Gaumenplatte kein Vakuum aufbauen können, ist das Stillen wirklich eine Herausforderung und mit viel Geduld verbunden. Wenn von gestillten Spaltkindern die Rede ist, sind dies Kinder, die einen Teil gestillt werden und die Mutter zusätzlich Muttermilch abpumpt. Die Kinder profitieren dann einerseits vom Teilstillen (Muskelaufbau) und von den immunologischen Vorteilen der Muttermilch. Wenn diesen Kindern der Gaumen frühzeitig mit 6 Monaten verschlossen wird, ist die Chance für Mutter und Kind, noch eine ganz normale Stillzeit zu erleben groß.

Klicken Sie das DVD-Bild "Mauro- yes, he can" an, wenn Sie an einer Bestellung interessiert sind! 

Immer spielt das Umfeld eine grosse Rolle:

- Frühere Stillerfahrung

- Beschaffenheit der Mamillen

- Milchmenge

- Ältere Geschwister

- Zeit, Zeit, Zeit

Wenn das Stillen nicht gelingt, dann hat diese Mutter ebenso das Recht auf eine hervorragende Ernährungsberatung. Inzwischen nenne ich mich darum auch Ernährungsfachfrau für Kinder mit einer Lippen- und Gaumenspalte, statt Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Bei meiner Untersuchung, waren:  

30% der Kinder gestillt (teilgestillt) alle Spaltformen vertreten
20% künstlich ernährt
50% bekamen abgepumpte Muttermilch

Hilft das Stillen, deiner Meinung nach, den Eltern, mit einem Kind mit Spalte, schneller eine positive Beziehung zum Kind aufzubauen?

Stillen ermöglicht eine ganz enge Beziehung zum Kind, die bei einem besonders aussehenden Kind tragend für das ganze Leben ist. Eine Mutter sagte: “Wenn das Kind an der Brust trinkt, sieht es wie jedes andere Stillkind aus. Die Spalte sehe ich gar nicht."

Liebe Christa, danke für das Interview!

 

Info: Artikel von Herzog-Isler, Christa „Stillen- «Bodybuilding» für Kiefer-und Sprechentwickung“, S. 42-46, aus HABITS, Eine interdisziplinäre Annäherung, Lutschen-Saugen-Beissen, Fehlfunktionen, Ätiologie und Genese von orofazialen Dyskinesien, Hg. Susanne Codoni, Schriftenreihe des Arbeitskreises für Myofunktionelle Therapie e.V.-Gesellschaft fuer Dyskinesien, 1994, Kontakt: http://www.lkgstillen.ch/ 

 

Christa Herzog-Isler, Still- und Laktationsberaterin IBCLC
Stutzrain 49, CH-6005 St. Niklausen, Luzern Switzerland, Tel./Fax +41 (0)41 370 44 71, christa_herzog@yahoo.com, http://www.lkgstillen.ch

 

IBCLC Christa Herzog ist die Erfinderin des HERZOG© Prinzip's

https://www.stillenbeispalte.de/ern%C3%A4hrung/herzog-prinzip/

"Stillen: Dieses zwischenmenschliche Geschehen wirkt sich auch noch lange nach der Babyzeit aus"

Márta Guóth-Gumberger, Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Beratung stillender Mütter in freier Praxis, Besondere Erfahrungen in den Bereichen Relaktation, Stillen von Adoptivbabys und Babys mit besonderen Bedürfnissen, auch mit einer Spaltfehlbildung, außerdem mit dem Brusternährungsset BES. Wenn die Entfernung zu groß ist, Beratung oft über Telefon, Email, mit Hilfe von Fotos und kurzen Videoclips und in Zusammenarbeit mit einer Hebamme oder Stillberaterin vor Ort. Vorträge und Autorin des Buches „Stillen“ für Mütter (zusammen mit Elizabeth Hormann), das in fünf Sprachen erschienen ist, außerdem der „Eltern-Info Stillen mit dem Brusternährungsset“ und anderer Veröffentlichungen.

Kontakt: guothgum@bnro.de

www.stillunterstuetzung.de

www.breastfeeding-support.de

83024 Rosenheim, Deutschland
Tel. +49 (0)8031 / 892 185

 

"Ich glaube, dass eine gute Information und auf Wunsch, Begleitung der Mutter und das Wissen, dass Stillen eines Kindes mit LKG nicht von vornherein unmöglich ist, sehr wichtig für eine bewusste und verantwortungsvolle Entscheidungsfindung ist."

Silvia Honigmann-Gianolli, Schweiz. Seit 1994 als Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Seit 2002 an der Universitätsfrauenklinik Basel und im interdisziplinären Team zur Behandlung von Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten. Dipl. Ernährungsberaterin HF.

Kontakt: shonigmann@uhbs.ch
Universitätsspital Basel, Spitalstrasse 21, 4031 Basel, Schweiz

"Kommunikation und Motivation der begleiteten Eltern-Kind-Paare sind der wesentliche Kern meiner Arbeit. Nicht nur was ich empfehle sondern besonders wie ich es an Eltern herantrage ist ausschlaggebend für den Erfolg bei der Umsetzung."

Cornelia Kastaun, Kinderkrankenschwester und Familienbegleiterin, IBCLC, Direktorin am Ausbildungszentrum Laktation und Stillen, Projektbegleitung/ Coaching, Vorbereitung auf das Gutachten zum Babyfreundlichen Krankenhaus, Tel.:0511/5199051

www.cornelia-kastaun.de, info@cornelia-kastaun.de

"Es ist gut, wenn sich Eltern schon vor der Geburt mit den Abläufen des Stillens und Fütterns bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vertraut machen können."

Elke Sporleder, Still-und Laktationsberaterin IBCLC. Seit über 28 Jahren stillberatend tätig, zunächst als La Leche Liga-Beraterin, dann als IBCLC. Mitglied in der Nationalen Stillkommission seit 1994 und Gutachterin in der Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“. Kontakt: elke.sporleder@t-online.de, 30457 Hannover, Tel. +49 (0)511 / 467 164 

Barbara Walcher
Kinderkrankenpflegerin, Stillberaterin IBCLC, 
Fachberaterin für Emotionelle Erst Hilfe - EEH
Stilfes 2/C, I - 39040 Freienfeld, Tel: +39 349 8635712

Stillprobleme erfolgreich lösen

Zu wenig Milch


Viele Mütter haben Angst, nicht genügend Milch für ihr Baby zu bilden. In den meisten Fällen ist diese Angst jedoch unbegründet. Wenn Sie vermuten, nicht genügend Milch zu haben, sollten Sie zuerst die Anzeichen überprüfen, die auf eine ausreichende Versorgung Ihres Babys hinweisen. Siehe: Bekommt mein Baby ausreichend Milch?

Wenn Sie tatsächlich der Ansicht sein sollten, dass Sie zu wenig Milch bilden, wenden Sie sich an Ihre Stillberaterin, und halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Mit den folgenden Tipps können Sie Ihre Milchproduktion möglicherweise steigern:

Die Milchproduktion folgt dem Grundsatz von Angebot und Nachfrage: Je mehr Milch von der Brust entnommen wird, desto mehr Nachschub wird produziert.
Stillen Sie häufiger. Versuchen Sie, tagsüber alle zwei Stunden zu stillen, und nachts alle drei Stunden.
Nur wenn das Baby in einer geeigneten Position und richtig angelegt ist, kann es die Brust entsprechend stimulieren. Überprüfen Sie daher Ihre Stillposition (positioning) und das Anlegen Ihres Babys (latch-on), eventuell gemeinsam mit Ihrer Stillberaterin.
Stillen Sie pro Brust mindestens 15 Minuten, und bieten Sie bei jedem Stillen die linke und die rechte Brust an.
Versuchen Sie es mit einem Seitenwechsel. Sobald Sie feststellen, dass Ihr Baby langsamer saugt und schluckt, sollten Sie Ihr Baby behutsam von der Brust lösen und an der anderen Brust anlegen.
Ruhen Sie sich genügend aus. Ein paar Tage Ruhe, an denen Sie nichts anderes tun, als sich auszuruhen und zu stillen, können sehr effizient sein.
Verwenden Sie möglichst keine künstlichen Sauger (Fläschchen und Schnuller). Das Saugen sollte nur an der Brust erfolgen.
Wenn Sie zufüttern müssen, dann möglichst an der Brust! 
Möglicherweise hilft zusätzliches Abpumpen der Milch. Fragen Sie Ihre Stillberaterin nach Informationen zum Abpumpen der Milch und/oder Ausstreichen der Milch mit der Hand.

Quelle: http://www.medela.com/DE/de/breastfeedi ... -milk.html


Gewichtskontrolle des Babys

Viele Mütter fürchten, „nicht genug Milch zu haben." Doch in den meisten Fällen ist diese Angst unbegründet. Stillexperten sehen die folgenden Anzeichen als Beweis dafür an, dass Iir Baby genügend Milch erhält:

Sechs bis acht nasse Stoffwindeln (fünf bis sechs Wegwerfwindeln) pro Tag (24 Stunden) am dritten oder vierten Tag, sobald die Milch einschießt.
Mindestens zwei bis fünf Darmentleerungen innerhalb von 24 Stunden während der ersten Monate. Allerdings haben manche Babys ab etwa sechs Wochen seltener, dafür aber mehr Stuhlgang in der Windel.
Das Baby trinkt häufig, durchschnittlich 6 - 10 Mal in 24 Stunden an der Brust.
Das Baby schluckt hörbar beim Stillen.
Nach dem vierten Lebenstag sollte das Baby mindestens 120 bis 210 g pro Woche zunehmen.

Denken Sie daran, dass nicht jedes Quengeln Hunger bedeutet.

Doch auch hier gilt: Babys sind Individualisten - wenn Sie sich unsicher fühlen, scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Hebamme oder Stillberaterin zu fragen.

Quelle: http://www.medela.com/DE/de/breastfeedi ... eight.html

 

Muttermilchgewinnung und Aufbewahrung


Viele Mütter brauchen Muttermilch nie abzupumpen oder mit der Hand zu gewinnen, weil sie sich nicht von ihren Babys trennen müssen. Andere möchten aus den unterschiedlichsten Gründen Milch gewinnen und sollten diese sicher aufbewahren.
Die folgenden Empfehlungen zur Aufbewahrung von Muttermilch gelten für gesunde, voll ausgetragene Babys, sowie für die Verwendung der Muttermilch zu Hause. Für Frühgeborene und/oder kranke Babys im Krankenhaus gelten andere, etwas strengere Richtlinien. Diese händigen die entsprechenden Kliniken den Müttern jeweils aus.
Muttermilch hat Eigenschaften, Bakterienwachstum zu hemmen. Deshalb kann sie länger aufbewahrt werden als vergleichsweise industriell hergestellte Nahrung, die immer sofort verwertet werden muss.
Allgemein gilt:
• Die Hände sind vor der Milchgewinnung immer gründlich mit Seife zu waschen.
• Es ist günstig, Behälter zu nutzen, die zum Aufbewahren von Muttermilch vom Hersteller vorgesehen sind.
• Die Behälter müssen ausreichend gereinigt sein: in heißem Spülwasser und mit klarem Wasser ausgespült, anschließend in einer Spülmaschine mit Heißprogramm (65°C) gewaschen oder 3 Minuten ausgekocht bzw. in einem Vaporisator sterilisiert werden. Die chemische Desinfektion im Miltonbad (Natriumhypochlorid) ist nicht geeignet!
• Ein Umschütten der Muttermilch birgt die Gefahr der Verunreinigung und sollte möglichst vermieden werden.
• Behälter mit Muttermilch sollten immer beschriftet und mit Datum versehen werden.
• Milch, die gefriert, dehnt sich aus. Bei der Befüllung der Behälter ist darauf zu achten, dass oben 2 bis 3 cm Platz frei bleiben. Ein fester Deckel bietet Schutz.

Wahl der Aufbewahrungsgefäße:

Glas eignet sich am besten für das Einfrieren von Muttermilch. Es ist das am wenigsten poröse Material und bietet daher den größten Schutz. Glas ist allerdings nicht bruchsicher.
Klares Hartplastik (Polycarbonat) ist die zweitbeste Möglichkeit. Wichtig ist, dass das Material nicht zerkratzt ist. In Produkten z. B. der Firma Ardo medical (Vertreiber Ameda-Stillhilfen) sollten nach deren Auskunft keine schädlichen Materialien enthalten sein, wie Bisphenol A. Dies wurde 2002 in der Presse als schädlich angeprangert. Bei anderen Herstellern muss dies erfragt werden.
Trübes Hartplastik (Polypropylen) Manche Autoren nennen dieses ebenfalls als zweitbeste Möglichkeit der Aufbewahrung, allerdings nur unzerkratztes Material. Anbieter sind z. B. die Firmen Medela (Medela Stillhilfen) sowie Ardo medical (Ameda-Stillhilfen).
Milchaufbewahrungsbeutel Muttermilchbeutel der Firmen Lansinoh, Ardo medical (Ameda-Stillhilfen) oder Medela (Medela Stillhilfen) sind aus Polyethylen und enthalten keine Weichmacher (sog. Phthalate). Sie sind sterilisiert und sind speziell für das Einfrieren von Muttermilch hergestellt. Es sind Einmalartikel. Sie können platzsparend liegend eingefroren werden, sind jedoch nach dem Auftauen (außer die der Firma Lansinoh) nicht ganz einfach zu handhaben. Andererseits können sie direkt an den Pumptrichtern befestigt werden, so dass ein Umschütten nicht notwendig ist.

Nicht empfehlenswert sind
Edelstahlgefäße, normale Gefrierbeutel, Eiswürfelbehälter oder anderes, wie z. B. Joghurtbehälter. Um Plastik elastisch zu machen, werden herkömmlichen Gefrierbeuteln sogenannte Weichmacher (Phthalate, Di-ethylhexylphthalat = DEHP) beigemischt. Die Europäische Union hat diese Substanzklasse aufgrund ihres karzinogenen und fertilitätsschädigenden Potentials für Verwendung in Spielzeug und Medizinprodukten verboten.

Aufbewahrungszeiten von Muttermilch:
Bei Raumtemperatur:
• Reife Muttermilch: sechs bis acht Stunden haltbar
• Kolostrum bis zu 12 Stunden haltbar
Im Kühlschrank:
• 3 bis 5 Tage im Kühlschrank bei 4 bis 6 °C.
Achtung: Muttermilch nicht in die Kühlschranktür stellen.
Im Tiefkühlgerät:
• Ein bis zwei Wochen in einem separaten Tiefkühlabteil in einem Kühlschrank.
• Drei bis vier Monate in einem ***-Tiefkühlabteil.
• Sechs Monate und länger in einem separaten Tiefkühlgerät bei konstanter Temperatur von -18 bis -20 °C.
Behandlung, Auftauen und Erwärmen von Muttermilch
• Steht abgepumpte Muttermilch einige Zeit, setzt sich die Fettschicht oben ab, da die Milch nicht homogenisiert ist. Die Milch darunter kann bläulich, gelblich oder bräunlich aussehen. Durch Erwärmen und Schütteln werden die Bestandteile wieder vermischt.
• Es ist günstig, wenn Muttermilch, die nicht gebraucht wird, möglichst frisch eingefroren wird. Für gesunde Kinder kann die Milch, die während 24 Stunden gewonnen wurde, zusammengeschüttet werden, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt wurde. Die Aufbewahrungszeit richtet sich nach der zuerst gewonnenen Milch.
• Es empfiehlt sich, Trinkmengen von 60 bis 120 ml einzufrieren.
• Abgekühlte Milch kann zu gefrorener Milch hinzugegeben werden. Die zugegebene Menge sollte nicht größer als die
gefrorene Menge sein.
• Während eines Transportes darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden.
• Gefrorene Milch sollte schonend aufgetaut werden, am besten langsam über 24 Stunden im Kühlschrank, oder in kaltem Wasser. Ungeöffnet kann sie bis zu 24 Stunden gekühlt aufbewahrt werden, geöffnet 12 Stunden. Dann sollte die Milch verfüttert werden.
• Die Milch wird schonend auf Trinktemperatur gebracht, z. B. unter fließendem warmen Wasser, im Wasserbad oder Flaschenwärmer. Um das Fett der Muttermilch zu verteilen, empfiehlt sich ein vorsichtiges Schütteln der Milch. Vor dem Füttern muss die Trinktemperatur geprüft werden.
• Eine Erwärmung in der Mikrowelle ist nicht zu empfehlen, da durch stellenweise starke Erhitzung (hot spots) Nährstoffe und antiinfektiöse Eigenschaften der Muttermilch zerstört werden. Außerdem wird die Milch nicht gleichmäßig erwärmt. Bei Hartplastikflaschen kann ggf. Bisphenol A freigesetzt werden.
• Beim Öffnen und Schließen der Gefäße sollte die Innenseite des Deckels und der Rand der Gefäße nicht berührt
werden. Alle Utensilien sollten auf einer sauberen Unterlage abgelegt werden, z.B. auf ein frisches Geschirrhandtuch.
• Ein Pasteurisieren von Milch ist nur bei besonderen Umständen erforderlich!
• Erwärmte Milch darf nicht ein zweites Mal erwärmt oder verfüttert
werden. Sie eignet sich aber gut für ein Babybad oder zur Pflege der Babyhaut. Deshalb immer nur kleine Mengen und ggf. eine zweite Portion erwärmen.
• Bei länger tiefgefrorener Milch können die Fette aufgespalten
werden, das ergibt dann einen leicht seifigen Geschmack. Die
meisten Kinder stört dies allerdings nicht.


Quelle: Infoblatt http://www.bdl-stillen.de

 

Nichtstillen

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben nicht zu stillen, oder Ihre Muttermilch abzupumpen und mit der Flasche (SpecialNeeds-Feeder) zu füttern, so können Sie das mit Hautkontakt an der nackten Brust, wie beim Stillen tun. Ihr Baby riecht, hört und und fühlt Sie dabei! Das nennt sich "Pumpstillen", was genau genommen kein Stillen ist, jedoch, trotz Flaschengabe, viele andere Beduerfnisse an der Brust gestillt werden. Weitere Infos hier.

Genau genommen waere Pumpstillen eigentlich pumpen und AN der Brust Muttermilch (zu)fuettern.

Buchtipp:

R. Masaracchia: "Wie, du stillst nicht?", Kösel Verlag, mit vielen Infos für einen sicheren Bindungsaufbau)

LKG-Bücher